INNOVATIVE RECYCLING

Rohstoffe aus Abfall
 

Produktionsschritte

Die Fertigung erfolgt in drei Schritten: Zunächst werden die Altreifen in einer Shredder-Anlage zerkleinert. Dabei wird der Großteil des enthaltenen Stahls entfernt. Der Stahl, rund 2.160 t/a, wird verkauft. Daneben kann auch der in Reifen enthaltene Textilanteil entfernt oder reduziert werden. Die Kapazität dieser Fertigungsstufe soll, bezogen auf einen 2-Schicht-Betrieb, rund 18.000 t/a betragen. Die Kapazität hängt von der Größe der zu verarbeitenden Reifen und, in noch größerem Maße, von der zu erzeugenden Granulatgröße ab. Die angestrebte Granulatgröße von <15mm kann mit einem dreistufigen Shreddersystem erreicht werden.

  • Verarbeitung von 18.000 Tonnen Altreifen.
  • Keine besondere Vorbehandlung oder Selektion erforderlich
  • Zumischung von bis zu 5% sonstiger Kunststoffabfälle ist möglich
  • Dreistufige Standardanlage
  • Granulation ergibt 2.160 t Stahl und 15.700 t Gummi-Granulat
  • Stahl und 400 t Granulat (Überschuss) werden verkauft

In einem zweiten Fertigungsschritt wird das Gummigranulat dann in der Thermolyseanlage zu Thermolyseöl, Koks und Synthesegas verarbeitet. Es handelt sich um eine vollkontinuierliche Anlage, die rund 15.000 t Gummigranulat pro Jahr verarbeiten kann. In den drei Thermolyse-Reaktoren werden bei Temperaturen von zwischen 600°C und 850°C alle organischen Bestandteile des Gummis verdampft. Der Dampf wird in Wärmetauschern zu Thermolyseöl kondensiert. Übrig bleiben die anorganischen Bestanteile, insbesondere Kohlenstoff, die gekühlt und anschließend in unterschiedliche Behälter gefördert werden. 

  • Anlage mit drei Thermolyse-Reaktoren
  • Ausbeuten aus der Thermolyse: 48% Öl; Thermolyseöl – „T-Oil“. Die Qualität ist vergleichbar zu Diesel und kann in Raffinerien ebenso eingesetzt werden. 42% Koks; durch den hohen Kohlenstoffanteil von über 90% kann der Koks als Füllstoff („recycled carbon black  - rCB“) verwendet werden. 10% Synthesegas; das Gas wird für die Erzeugung des Stroms, der im Prozess benötigt wird, verwandt.

Gegenüber der Verbrennung von Altreifen („Ersatzbrennstoff“), bei der je Tonne Ausgangsprodukt rund 2,6 Tonnen CO2 entstehen, ist dieses Verfahren CO2-frei.

Zuletzt erfolgt die Aufbereitung des Thermolyseöls durch eine mehrstufige Filtration sowie des Kokses durch Abmahlung.

  • Mit zwei Mühlen wird der anfallende Koks gemahlen. Als aufbereiteter carbon black erfolgt der Einsatz in der Gummi-/Reifenindustrie.
  • Das anfallende Thermolyseöl wird in drei Stufen gefiltert. Dadurch wird die DIN-Spezifikation für Diesel erfüllt. 
  • In einem weiteren Schritt soll künftig die Reinheit des Thermolyseöls z.B. durch eine Destillation noch weiter erhöht werden.